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Aktuelles
Engagiert gegen Ungerechtigkeit

China: Adventisten-Pastorin seit fünf Jahren hinter Gittern
Als „Gefangene des Monats Juni 2026“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA die chinesische Christin Zhang Wenying benannt. Sie rufen dazu auf, sich für die Inhaftierte einzusetzen. Am 14. August 2021 verurteilte ein Gericht in der Stadt Kaili (Provinz Guizhou) die Pastorin einer Gemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten wegen angeblichen Betrugs zu einer Gefängnisstrafe von zwölf Jahren. Drei weitere Gemeindeleiter wurden in dem Prozess zu jeweils drei, fünf und sechs Jahren Haft verurteilt.
Der Vorwurf des Betrugs ist in China laut der IGFM eine übliche Anschuldigung gegen christliche Gemeindeleiter. Die herrschende Kommunistische Partei Chinas versucht damit, jegliche religiösen Aktivitäten zu kontrollieren. Die Behörden stellen deren Spendensammlungen – etwa für den Erhalt von Kirchenräumen – als wirtschaftliche Straftaten dar.
Pastorin hat selbst gespendet
Vergeblich hatten Gemeindemitglieder vor Gericht ausgesagt, aus freien Stücken für die Verwaltung ihrer Kirche gespendet zu haben und mit der Mittelverwendung einverstanden gewesen zu sein. Pastorin Zhang soll zudem selbst vergleichsweise höhere Beiträge beigesteuert haben. Das Kirchenvermögen wurde vom kommunistischen Staat beschlagnahmt.
Die Siebenten-Tags-Adventisten gelten in der Volksrepublik nicht als verbotener Kult. Vielmehr schlossen sich die Adventisten in China 1951 der staatlich kontrollierten protestantischen Drei-Selbst-Bewegung an. Insgesamt stehen Religionsgemeinschaften unter strenger Kontrolle durch die Kommunistische Partei. Die umfassenden Vorschriften reichen bis in die theologische Lehre hinein. Das verstößt gegen das Recht auf Religionsfreiheit, wie es in Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte formuliert wurde.
IGFM und IDEA bitten um Appelle an den chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping, sich für die umgehende Freilassung von Zhang Wenying einzusetzen. In der rund 1,4 Milliarden Einwohner zählenden Volksrepublik leben nach Schätzungen bis zu 130 Millionen Christen.
Die Katholikin war vor ihrem Glaubenswechsel 2017 Muslimin und hat einen Universitätsabschluss in islamischer Rechtslehre. Aufgrund ihrer Konversion verfolgten die Behörden die Christin, wogegen sie protestierte. Marzban appellierte öffentlich an den Papst, die massenhafte Unterdrückung in ihrer iranischen Heimat anzuprangern. Daraufhin wurde sie erstmals am 5. November 2024 wegen angeblicher staatsfeindlicher Propaganda und Verstoßes gegen die Kopftuchpflicht festgenommen. Später wurde Marzban zu sechs Monaten Haft und 74 Peitschenhieben verurteilt. Nachdem sie zwei Monate ihrer Strafe im berüchtigten Evin-Gefängnis abgesessen hatte, kam sie im Januar 2025 frei. Ihre Freiheit währte aber nur ein Jahr.
Die IGFM und IDEA rufen dazu auf, in Briefen an den iranischen Präsidenten Massud Peseschkian um die sofortige Freilassung der Christin zu bitten. Die Islamische Republik Iran hat den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte ratifiziert, der auch Religionsfreiheit garantiert.
Von den rund 90 Millionen Einwohnern des Landes sind etwa 98 Prozent Muslime. Laut Schätzung christlicher Hilfswerke beträgt der Anteil der Christen zwischen 0,7 und 0,9 Prozent.
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